Fotograf Frank Hülsmann in OWL Kreis Lippe Kalletal

Reisebericht Fahrt auf "Mein Schiff 1" von Hamburg nach Kristiansand, Oslo, Göteborg, Kiel

Verfasst am 15.05.2019

Vom 05.05. bis 10.05.19 waren wir mal wieder auf "Mein Schiff 1" unterwegs. Im Gegensatz zur Norwegen-Reise im Juli 2017 war dieser Kurztrip nur eine Städtereise. Vom Hamburger Hafen aus ging es nach Kristiansand, Oslo, Göteborg und anschließend zurück nach Kiel. Die tollen Landschaften in den Fjorden habe ich hierbei schon etwas vermisst, wenngleich auch die angelaufenen Orte ihren Reiz haben - dazu später mehr.

Aufgrund der Erfahrungen bei den vergangenen Schiffsreisen hatten wir dieses Mal vor Reiseantritt einen sogenannten "Online Check-in" durchgeführt, um die Wartezeiten beim Boarding zu verkürzen. Leider hat das nicht besonders gut funktioniert, denn diese Idee hatten auch viele andere Reisegäste und somit war die Schlange vor den Schaltern entsprechend lang. Auffällig war dieses Mal auch die lange Wartezeit, bis endlich die Koffer vor der Kabine standen - man sollte also die wichtigen Dinge im Handgepäck haben. Mit der Kabine hatten wir viel Glück, denn wir hatten den kostengünstigen Flex-Tarif gebucht, bei dem man nur wenig Einfluss auf die Kabinenwahl hat. An dieser Stelle kann ich wieder nur empfehlen, auf jeden Fall mit Balkon zu buchen - der höhere Preis lohnt sich.

Mein Schiff 1 - Hamburg, Kristiansand, Oslo, Göteborg, Kiel - 5

Das Schiff selbst hatten wir bereits im vergangenen Jahr bei der Tauffahrt kennengelernt. Die Innenarchitektur ist edel und birgt so manches interessante Detail, wie zum Beispiel den DJ-Roboter. Dieser macht zwar nur Show und legt Platten auf, spielt aber nicht wirklich die Musik. Trotzdem schön anzusehen und ungewöhnlich obendrein. Überhaupt hat sich TUICruises viel einfallen lassen, um den Gästen den Aufenthalt angenehm und interessant zu gestalten. Hier möchte ich auch wieder den hervorragenden Kabinenservice und das nette Personal erwähnen. Der Service ist im Vergleich zu AIDA wirklich spürbar besser.
Bei den letzten Fahrten haben wir vorrangig im "Anckelmannsplatz" gegessen (das allgemeine Buffetrestaurant). Deswegen haben wir bei dieser Reise mal einige der vielen anderen Angebote in Anspruch genommen, die allerdings teilweise extra bezahlt werden mussten. Das Frühstück im sogenannten Esszimmer war recht günstig, die Speisenauswahl groß und es wurde am Tisch serviert. Lecker war's auch...


Außerdem haben wir auch mal ein 5-Gänge Menü im Atlantik Mediterran getestet. Nachdem wir einige Zeit auf einen Tisch warten mussten, dauerte es auch recht lange, bis der erste Gang auf dem Tisch stand und auch die weiteren Gänge wurden erst nach längeren Pausen serviert. Ich will es kurz machen: Die Gerichte waren ordentlich, aber auch sehr übersichtlich. Anschließend geht man also noch woanders hin, um sich satt zu essen...

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Und das führt mich zu einem Kritikpunkt: Die Auswahl der Speisen im Buffetrestaurant hat stark nachgelassen und auch die Qualität ist nicht mehr so gut wie früher. Manches Mal stand ich vor dem Buffet und wusste nicht, was ich essen soll, zumal es an allen Tagen kaum Abwechslung gab und auch die besonderen Angebote bei den vergangenen Reisen suchte man vergeblich. Hier hat TUICruises heftig den Rotstift angesetzt. Es gibt natürlich immer noch genug, aber ich bin der Meinung, dass sich solche Einsparungen dann auch positiv auf den Reisepreis auswirken sollten - was aber nicht der Fall ist. Ob das auf den anderen Schiffen der Flotte mittlerweile ebenso ist, kann ich nicht beurteilen. Auch aus diesem Grund haben wir einige der anderen Restaurants besucht. Positiv zu sagen wäre aber noch, dass das Platzangebot auf Mein Schiff 1 größer geworden ist, sodass man nicht mehr so lange nach einem freien Tisch suchen muss.


Mit dem Wetter hatten wir im Großen und Ganzen wieder viel Glück. Zwar ist es zu dieser Jahreszeit recht kalt in Norwegen, aber zumindest in Kristiansand und Oslo schien die Sonne. Göteborg war dann leider verregnet - dort sind wir auch aufgrund des eher kurzen Aufenthalts nicht von Bord gegangen. In Kristiansand und Oslo hatten wir uns entschieden, auf eigene Faust unterwegs zu sein und uns nicht in Busse oder ähnliches zu setzen. Ein bisschen Laufen tut ja auch mal gut...

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In Oslo besuchten wir unter anderem die bekannte Magic Ice Bar, aber offen gesagt lohnt sich das nicht wirklich. Die Eisskulpturen sind zwar ganz interessant, haben aber auch schon bessere Tage gesehen. Die Räumlichkeit ist überraschend klein und der Eintrittspreis dafür unangemessen hoch. Da hätten wir den Bewertungen anderer Besucher mehr vertrauen sollen. Anschließend waren wir noch im Hardrock Cafe: Eine unfreundlichere Bedienung wie hier findet man selten... - aber muss man ja mal gesehen haben. Im Übrigen brannte es gerade in einem Gebäude am Marktplatz, als wir ankamen und wir mussten uns beeilen, dem unangenehmen Rauch zu entkommen. Natürlich hatten viele andere Touristen nichts besseres zu tun, als das mit ihren Handys zu fotografieren und die Feuerwehr brauchte ziemlich lange, bis sie vor Ort war.


Oslo an sich ist eine wirklich schöne Stadt, wenngleich auch wieder (oder immer noch) wie bei unserem letzten Besuch viele Baukräne den Anblick stören. Die zur Verfügung stehende Zeit reicht leider nicht annähernd, um eine so große Stadt eingehender zu erkunden. Man läuft halt nur einige vorher geplante Stationen ab und muss dann wieder zurück zum Schiff. Viel fotografiert habe ich in den bereisten Städten generell nicht - ich bin nicht so der Typ, der Sehenswürdigkeiten ablichtet.

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Apropos zurück zum Schiff: Der Zugang an Bord lag im Osloer Hafen im Schatten und wir mussten regelrecht gegen den starken und kalten Wind anlaufen. Der Balkon unserer Kabine lag dagegen auf der Sonnenseite, war absolut windstill und wir sonnten uns im T-Shirt - gegensätzlicher kann es kaum sein. An Deck war es während der Reise von wenigen Ausnahmen abgesehen meist kalt und windig. Deswegen haben wir dieses Mal nur selten in den Außenbars gesessen und die leckeren Drinks genossen. Aber zum Glück kann man die ja auch mit in die Kabine nehmen. Der Seegang war auf dieser Reise auch mal etwas stärker, aber wer nicht gerade über einen überempfindlichen Magen verfügt, hat damit keine Probleme. Es hat halt auch ein bisschen geschaukelt - das gehört auf See eben dazu. Im übrigen möchte ich hier mal den Kapitän lobend erwähnen, der wirklich ausführliche und informative Durchsagen gemacht hat. Das haben wir nämlich auch schon anders erlebt...


Und fähig ist er offenbar auch, denn im Industriehafen von Göteborg manövrierte er das Schiff buchstäblich um Haaresbreite an der Kaimauer entlang oder anders ausgedrückt: Beim Anlegen waren zwischen dem Schiff und der Ecke des Kais kaum mehr als 2 Meter - das klingt erst mal nicht so wenig, aber wenn man die Größe des Schiffs von über 300m Länge bedenkt, ist das schon eine knappe Geschichte. Allerdings kann ich nicht beurteilen, wie viel bei so einem Manöver von der Bordelektronik automatisch gesteuert wird und was dabei noch manuell getan werden muss.

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Fazit:
Auch eine (kurze) Städtereise kann ganz schön sein, wenn man einfach mal wieder auf's Meer und den Luxus an Bord genießen will. Und auch an Bord gibt es einiges zu fotografieren, wobei ich mich dieses Mal auf Details konzentriert habe und meine Fotosammlung vorwiegend um Texturen erweitert habe, die sich gelegentlich für diverse Projekte verwenden lassen. Und auf See konnte ich wieder einen schönen Sonnenuntergang fotografieren, dieses Mal mit Mondsichel. Eigentlich ist das Thema "Sonnenuntergang" ja ziemlich ausgelutscht, aber ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Aufnahmen wirken können. Und nirgends sonst ist die Wolkenbildung schöner als am Meer, außer im Gebirge...


Im Juli diesen Jahres steht noch eine weitere Kreuzfahrt an. Die machen wir aber mit AIDA. Es geht wieder nach Norwegen, allerdings dann wieder mit Kurs in die Fjorde. Hoffentlich haben wir dann wieder so viel Glück mit dem Wetter wie 2017. Das war ja tatsächlich für norwegische Verhältnisse ein Jahrhundertsommer.

Noch ein Tipp zum Schluss: Jeder, der sich für so eine Reise interessiert, sollte sich die Zeit nehmen und die Angebote genau beobachten, denn die Preise ändern sich häufig. Mit ein wenig Glück erwischt man auch bei den Flex-Tarifen eine gute Kabine und kann so manchen Euro sparen.

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