Fotograf Frank Hülsmann in OWL Kreis Lippe Kalletal

Reisebericht Teneriffa März 2012

Verfasst am 18.03.12

Eine neue Erfahrung in vielerlei Hinsicht war meine Reise im März 2012 nach Teneriffa. Kaum zu glauben, aber ich bin mit fast 50 Jahren das erste Mal geflogen. Als Biker war ich etwas enttäuscht vom Start des Flugzeugs. Ich hatte einen enormen Schub nach vorne erwartet, aber ganz ehrlich: Das schafft meine Maschine auch. Der Start beim Rückflug war schon etwas spritziger, wahrscheinlich weil die Startbahn auf Teneriffa kürzer ist als in Hannover. Am schlimmsten, neben dem beengten Sitzplatz im Flieger, empfand ich die Langeweile während des viereinhalb Stunden dauernden Flugs. Ich war dann sehr froh, als wir endlich ankamen. Die Fahrt vom Flughafen Süd nach Puerto de la Cruz im Norden der Insel dauerte dann auch noch mal eineinhalb Stunden.

Urlaub auf Teneriffa 2012 - Fotoreise

Unser Hotel (Diamante Suites) war eine große 4-Sterne Anlage, etwa 400m vom Meer entfernt gelegen und unser Zimmer bot einen schönen Ausblick auf den mächtigen Pico del Teide (3718m hoch), der sich so ziemlich in der Mitte der Insel erhebt.
Unsere Unterkunft bot 2 Räume mit je einem Fernseher, ein Bad und einen Balkon. Alles war stilvoll eingerichtet und wir fühlten uns schnell wohl. Außerdem muss ich sagen, dass das gesamte Personal überaus freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit war, aber dazu später mehr.
Da wir erst am späten Nachmittag eingetroffen waren, hatten wir noch genügend Zeit zum auspacken, bevor es ins Restaurant des Hotels ging. Das Essen war im gesamten Urlaub recht annehmbar und vielseitig, wenn auch immer schwach gewürzt. Da habe ich mehr erwartet, aber es waren eben auch viele ältere Gäste zu versorgen.


Urlaub auf Teneriffa 2012 - Fotoreise - Sonnenuntergang

Nach dem Essen ging es direkt wieder aufs Zimmer, weil wir doch etwas erschöpft waren und dort konnten wir von unserem Balkon aus den ersten Sonnenuntergang bewundern.
Am nächsten Tag waren wir vorerst noch ohne Mietwagen unterwegs, da wir erst mal die nähere Umgebung erkunden wollten. Also ging es runter zum Strand, durch die Stadt und dann der anstrengende Aufstieg zurück zum Hotel. Dort haben wir dann auch schon mal den Pool besichtigt und uns mit den übrigen Einrichtungen vertraut gemacht.
Der Pool wirkte im Prospekt recht groß. Die Wahrheit war etwas ernüchternd. Aus einem ca. 15m langen Pool lässt sich mit einem Weitwinkel-Objektiv locker eine 50m lange Lagune zaubern - hätte ich als Fotograf wissen müssen. Aber zum schwimmen reichte es aus, zumal selten mehr als 2 oder 3 Gäste im Wasser waren.


Urlaub auf Teneriffa 2012 - Fotoreise - Mariposario del Drago

Am dritten Tag wurde abends unser Mietwagen gebracht. Statt des eigentlich vorgesehenen Renault Clio bekamen wir einen VW Polo - kein schlechter Tausch. Und damit machten wir dann am 4. Tag die erste kleine Tour entlang der Nordküste. Ziemlich ungewohnt waren die schmalen Einbahnstraßen mit enormer Steigung, da kam der Polo schon ganz schön ins Schwitzen.

Unter anderem besuchten wir das Mariposario del Drago (Schmetterlingshaus) - und das hat sich (fotografisch) absolut gelohnt. Nach Betreten des Gebäudes sahen wir erst einmal: Schildkröten! Unsere Augen mussten sich erst mal darauf einstellen, dass es hier viele kleine Lebewesen zu entdecken gab, denn vorerst sah man buchstäblich nichts von den Schmetterlingen.


Nach einigen Minuten war ich sehr erstaunt, welche Vielfalt sich mir offenbarte. Farbenfroh oder getarnt, klein oder geradezu riesig. Das Exemplar im Bild misst in der Breite locker 15cm.
Natürlich haben wir uns auch den nahegelegenen uralten Drachenbaum angesehen, aber so sensationell ist das nicht.
Auf einigen schön angelegten kleinen Plätzen kann man etwas ausruhen und ein Zigarettchen rauchen, sofern man nicht von diversen Ladenbesitzern angesprochen wird, die dem Touristen gerne eine paar Euro aus der Tasche locken wollen. Das wurde manchmal schon etwas nervig. Mein Tipp: Wenn man gefragt wird, ob man deutsch oder englisch spricht, antworten: Hindustani! Dann hat man in der Regel Ruhe...

Urlaub auf Teneriffa 2012

Am 5. Tag stand der Besuch der Hauptstadt Santa Cruz oder ein Ausflug in den Teide Nationalpark zur Wahl. Wir entschieden uns für den Nationalpark - eine folgenschwere Entscheidung.
Es ging eigentlich sehr schön los, wenn man von der Autobahnfahrt dorthin absieht. Wir fuhren auf einer gut ausgebauten Straße immer höher hinauf und konnten an vielen Stellen auf dem Weg halten und beeindruckende Fotos machen, z.B. die Lavaschichten links im Bild. Weiter oben gab es dann mehr Grün, viel Wald und tolle Schluchten - einfach eindrucksvoll.
Aber genau die vielen Steine, die überall so rumliegen, wurden mir dann zum Verhängnis, genauer gesagt: einer davon! Der war wackelig, als ich darauf trat, worauf ich mit dem rechten Fuß umknickte, dessen Knöchel dann innerhalb von Sekunden enorm anschwoll. Zum Glück hatte ich zum Zeitpunkt des Sturzes meine Kamera noch nicht umgehängt.


Urlaub auf Teneriffa 2012 - Fotoreise mit Folgen

Ich war stinksauer, weil mir sofort klar war, dass der angenehme Teil des Urlaubs hiermit abgeschlossen war.
Und meiner Freundin habe ich damit ihren Geburtstag versaut, den wir auf Teneriffa schön feiern wollten.
Da ich meiner Freundin nicht zumuten wollte, die engen und kurvigen Straßen zurück in die Zivilisation zu fahren, fuhr ich uns selbst zurück zum Hotel (ca. eineinhalb Stunden Fahrt) und dort haben wir dann ein Taxi zum Krankenhaus genommen. Meine große Sorge war, dass der Fuß vielleicht gebrochen war, aber zum Glück stellte sich heraus, dass es sich nur um einen Bänderriss mit einer heftigen Stauchung handelte. Zum Glück, weil ich daher keinen Gips bekam. Als wir die erste Rechnung im Krankenhaus bezahlten (es waren insgesamt in der Folge ja viele...), waren wir froh, dass wir eine entsprechende Reiseversicherung abgeschlossen hatten, die später sämtliche Kosten übernimmt.


An dieser Stelle mein dringender Rat: NIE ohne Reiservesicherung verreisen! Der Beitrag ist im Vergleich zu den Kosten, die im Fall eines Unfalls entstehen können, absolut vernachlässigbar.

Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Bürokratie in Spanien weniger kompliziert ist als in Deutschland und nicht nur die Menschen im Krankenhaus stellten sich als sehr nett und hilfsbereit heraus. Obwohl die Kommunikation mit den Ärzten in einer Mischung aus Spanisch, Deutsch und Englisch nicht ganz einfach war, hat doch alles prima geklappt.
Den Rest des Urlaubs habe ich dann im Rollstuhl und auf Krücken zugebracht. Fotografiert habe ich natürlich nur noch wenig. Mit dem neuen Teleobjektiv konnte ich zumindest noch einige Aufnahmen in der näheren Umgebung des Hotels machen, denn das rechte Bein sollte möglichst ständig hochgelegt und häufig gekühlt werden, um die Schwellung zu mildern.
Unangenehm auch die Spritzen gegen Trombose, die mir meine Freundin täglich gesetzt hat. Hier möchte ich mich ganz herzlich bei ihr für alles bedanken. Ohne ihre Hilfe wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Da ich ja in der Folgezeit hauptsächlich nur rumsitzen und liegen konnte, habe ich mich zum Sudoku-Meister entwickelt. Eigentlich eine völlig sinnfreie Rätselvariante, aber die Zeit geht rum und man denkt nicht so viel nach. Mein tägliches Highlight waren die Simpsons im Fernsehen, anschließend gings dann immer ins Hotelrestaurant.
So gingen die Tage dahin und eigentlich wartete man nur noch auf den Flug zurück in die Heimat. Am letzten Abend im Hotel waren wir dann aber wenigstens noch mit einem netten Paar aus Koblenz in der Bar, haben uns bei einigen Bierchen und Wein prima unterhalten und Spaß gehabt.
Den Rückflug hatte unsere Reiseversicherung sehr gut organisiert. Es standen an beiden Flughäfen Rollstühle bereit und auch die ganze Abwicklung mit dem Zoll etc. war sehr unkompliziert. Für den Flug wurde mir eine komplette Sitzreihe reserviert, was von einigen anderen Fluggästen neidisch betrachtet wurde. Absolut beeindruckend fand ich die Ansicht auf das nächtliche Paris, was ich am liebsten fotografiert hätte, aber das ging ja leider nicht.

Die Fahrt vom Hotel zum Flughafen verdient allerdings noch eine besondere Erwähnung!
Das Taxi wurde uns vom Hotel bereitgestellt - ein Service zum Festpreis. Aber kaum waren wir mit dem Taxi auf die Autobahn gefahren, blieb dieses mit einem Getriebeschaden liegen. Wir wurden langsam unruhig, denn der Flieger wartet nicht. Nach ca. 15min. traf wohl ein Bekannter des Fahrers ein, der in aller Eile den ganzen Kram auf dem Rücksitz seines alten Volvos hinter der Leitplanke der Autobahn entsorgte. Mit dem Volvo wollte uns dann der ursprüngliche Fahrer weiter zum Flughafen bringen. Die Fahrt dauerte jedoch auch nur einige Minuten und war wenig vertrauenerweckend. Wir baten den Fahrer dann, die nächste Ausfahrt zu nehmen und uns ein "anständiges" Taxi zu besorgen. Das klappte dann auch und wir kamen noch rechtzeitig am Flughafen an - puh...
Zurück in Deutschland habe ich mich schon besser gefühlt und der Besuch beim Unfallarzt schaffte weitere Klarheit. Die ganze Geschichte ist schon etwas langwieriger, aber in ca. 4-6 Wochen sollte ich wieder einigermaßen normal gehen können und irgendwann kann der Fuß auch wieder normal belastet werden.

Urlaub auf Teneriffa 2012 - 06 Urlaub auf Teneriffa 2012 - 07 Urlaub auf Teneriffa 2012 - 08

Ich werde jetzt erst einmal Fotos bearbeiten und in den kommenden Tagen in meinen Galerien zeigen.
Irgendwann werden wir die Reise wiederholen und dann hoffentlich ohne Zwischenfälle...


Kontakt:

Fotograf Frank Hülsmann
Huelsmann Fotografie

Studioadresse:
Dalbke 6
32689 Kalletal

Festnetz: 0 52 64 / 76 63
Mobil: 0 171 / 75 949 16

eMail: mail@huelsmann-fotografie.de

Routenplaner

  • B
  • Route anzeigen